Archiv für den Monat Juni 2010
Der Tod von Hans Dichand generierte einen medialen Fallout, der sonst nur Staats- und Regierungschefs oder Kardinälen vorbehalten ist. Mit seinem Ableben loderte jenes Machtphantasma noch einmal heftig auf, das Dichand zu Lebzeiten virtuos ausgereizt hatte: (weiterlesen…)
Kino. Die unergründlichen Veröffentlichungsentscheidungen hiesiger Verleihfirmen bescheren uns einen verspäteten Start von „Fantastic Mr. Fox“.
Vielleicht liegt es an der Unvermittelbarkeit einer Kinderbuchadaption, die alles andere als ein Kinder- und schon gar kein Familienfilm ist. Aber weil es doch ein wenig kompliziert sein darf, schafft es der Film doch noch pünktlich zum Sommerloch in die österreichischen Kinos. (weiterlesen…)
Es ist Zeit, sich derer zu erbarmen, die den schlimmsten Monat des Jahres – wenn nicht der vergangenen vier Jahre – vor sich haben. Sie verdienen alle Solidarität der Welt, gerade weil der Großteil der Welt vier Wochen lang viel zu beschäftigt ist, um sich solidarisch mit ihnen zu erklären. Sie können keine Zeitung aufschlagen, keinen Radio- oder Fernsehsender aufdrehen, kein Lokal aufsuchen, kein Gespräch führen, ohne permanent mit dem einzigen Thema behelligt zu werden, das alle anderen so brennend interessiert: (weiterlesen…)
Übergewicht. Ich kann mich noch sehr bildhaft an den Vortrag eines ehemaligen Pharmareferenten bei einer Gesundheitstagung in Deutschland vor zwei Jahren erinnern. Der Name ist mir zwar entfallen, doch den breiten bayerischen Dialekt habe ich bis heute im Ohr, mit dem er den baldigen Kollaps des deutschen als auch des österreichischen Gesundheitssystems herauf beschwor: „I warat für eine jährliche Pflichtuntersuchung beim Hausarzt, die Tarife für die Krankenkassen sollen pro Kilogramm Übergewicht oder nach erhöhten Cholesterinwerten teurer werden. Für Zigaretten und Schokolade soll es überhaupt eine saftige Gesundheitssteuer geben. Schaun sa si amol um? Immer mehr Übergewichtige, die der Herzinfarkt schon Mitte Vierzig dakriegt und die dann auch noch Frühpensioniert werden müssen – das wird auf Dauer nicht mehr finanzierbar sein. Und wie kommen wir dazu für diese Brummer auch noch zu bezahlen?“ (weiterlesen…)
Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler begründete seinen überfallsartigen Rücktritt am Montag vergangener Woche unter anderem damit, dass er „den notwendigen Respekt für mein Amt“ vermisse. Zu diesem Zeitpunkt machte er sich wohl noch keine Vorstellung davon, wie gering ausgeprägt in der medialen Öffentlichkeit der Respekt weniger vor dem Amt als vielmehr vor Köhler selbst war. (weiterlesen…)
Demokratie. Vor ein paar Wochen wurde an dieser Stelle berichtet, dass der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew zum 70. Geburtstag vom Parlament den Titel “Führer der Nation” samt lebenslangem Schutz vor jeglicher Strafverfolgung geschenkt bekommt – was angesichts der Tatsache, dass sein Land gerade den Vorsitz der OSZE führt und damit eine wichtige Rolle bei der Sicherung demokratischer Strukturen spielt, doch etwas originell erscheint. (weiterlesen…)
Auf Erschütterungen reagiert die Mimose, auch Schamhafte Sinnpflanze genannt, mit blattweisem Zusammenklappen. Der Vergleich mit Horst “Ich bin dann mal weg” Köhler ist also trefflich. Die Ironie: Da zerstört (weiterlesen…)
Der wahnsinnig überraschende Triumph von der Hannoveraner Abiturientin Lena (vormals Lena Meyer-Landrut) bei einem europaweit übertragenen TV-Schlagerwettbewerb hat nicht nur deutschen Qualitätsmedien ein fußballunabhängiges Sommermärchenthema beschert, sondern auch den österreichischen Boulevard gehörig ins Schwärmen gebracht: (weiterlesen…)