Archiv für den Monat Dezember 2011
Von den beiden Prognosen für das Wirtschaftswachstum von 2012 – o.8 Prozent IHS und o.4 Prozent WIFO -scheint mir die zweite realistischer. Wenn alle sparen, wäre es auch keineswegs verwunderlich, wenn die Wirtschaft gar nicht wächst. Österreichs Wohlstand nähme trotzdem zu: Das, was man sich Jahr für Jahr leisten kann, wird ja keineswegs in einem Jahr kaputt. Der Besitzstand wächst also auch ohne Wirtschaftswachstum ständig – nur nicht so rasch.
Das wirkliche Problem ist die ohne Wirtschaftswachstum steigende Arbeitslosigkeit – denn die Rationalisierung in den Betrieben geht weiter. Mehr Arbeits (weiterlesen …)
Schon erstaunlich, wie viel Energie die Politik in diesem Land darauf verwendet, die großen Themen nicht anzugehen. Seit Wochen wird also über die Verankerung einer „Schuldenbremse“ in der Verfassung gestritten. Die Regierung ist sich uneins, die Opposition opponiert, wobei längst nicht mehr ganz klar scheint, wer jetzt eigentlich wofür oder wogegen ist. An sich ist Meinungsvielfalt ja Teil des politischen Tagesgeschäfts und also eine feine Sache. Nur wird hier in einem allzu durchsichtigen Vorwahlkampf (eigentlich wollten wir davon bis 2013 nichts wissen) und zulasten der Steuerzahler kostbare Zeit verschleudert. (weiterlesen …)
Das Jahr geht zu Ende, und wieder bleiben zentrale Fragen ungeklärt. – Hat Werner Faymann all seinen – wirklich allen – Facebook-Freunden handschriftlich signierte Neujahrskarten geschickt? – Wer freut sich mehr über Alfons Haiders Ausscheiden aus “Dancing Stars“: Niki Lauda oder Toni Polster? Oder fürchten sie insgeheim schon, vom ORF demnächst mit einem anderen Quoten-Homo – oder gar Conchita Wurst! – behelligt zu werden? – Wird Dominic Heinzl seinen “Chili“-Dienst quittieren – und wenn ja: wenigstens mit einer gebührend rührseligen Versöhnungsschmonzette zwischen Sido und Michael Jeannée im Schweizerhaus? (weiterlesen …)
Ein gr0ßer Europäer ist gestorben. Ich hatte das Glück, ihn mehrmals in Prag zu treffen, als er als Charta 77-Aktivist vom KP-Regime immer wieder eingesperrt wurde. Stolz berichtete er im März 1988 in einem profil-Interview über die soeben gegründete Untergrund-Monatszeitung “Lidove Noviny”, heute eine der besten Tageszeitungen in Tschechien. (weiterlesen …)
Die japanische Regierung hat die AKW-Ruine Fukushima I soeben für “sicher” erklärt. Na sicher. Fehlt nur noch, dass die EU den Euro, die österreichische Bundesregierung die Staatsschulden, die Metereologen weiße Weihnachten und Karl-Heinz Grasser die eigenen Steuererklärungen als “sicher” qualifizierten.
Was drängt Menschen, die den Vertrauenskredit der Öffentlichkeit nachhaltig verspielt haben, immer wieder geradezu zwanghaft in ebendiese Öffentlichkeit? Es ist nicht nur die trotzig vorgebrachte Unschuldsbehauptung, es ist der unstillbare Trieb, der persönlichen Eitelkeit den größtmöglichen Spiegel zu bieten, ungeachtet aller Dellen und Risse, die ihn schon verunstalten mögen. Der frühere Verteidigungsminister Deutschlands, Karl Theodor zu Guttenberg, boxte sich keine neun Monate nach seinem politischen Aus (Tod durch Plagiat) mit einem Interviewbuch samt Vorabdruck in der “Zeit“ ins Rampenlicht zurück, strotzend vor Larmoyanz und Selbstgefälligkeit. Der frühere Finanzminister Österreichs, Karl-Heinz Grasser, dokumentierte vergangene Woche mit einer veritablen Interview-Orgie in “Österreich“, (weiterlesen …)

