Peter Michael Lingens - Alle Artikel
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Das Justizministerium plant ein Gesetz, das nur die Herren Grasser, Strasser, Hochecherr, Meischberger und Co entworfen haben können: Künftig soll es auch bei Amtsmisbrauch die Möglichkeit der Diversion, also der internen Einigung mit dem Staatsanwalt geben. Natürlich wird man dabei den Schaden gutmachen und mehrere Tagessätze Strafe zahlen müssen, aber die Kalkulation jedes Ganoven kann doch in Zukunft nur folgendermaßen aussehen: Ich verabrede mit meinem Partner selbstverständlich bei jeder sich bietenden Möglichkeit einen maximal lukrativen Amtmissbrauch. Geht alles gut, so haben wir beide ordentlich verdient. Geht es ausnahmsweise schief, so greifen wir auf einen Fond zurück, in den wir bei jedem gelungenen Amtmissbrauch 10 Prozent vom Gewinn eingezahlt haben und der jetzt zr Finanzierung der Diversion herangezogen wird. (weiterlesen …)
Das gelöschte Sparpaket
Von einer meiner größten politischen Fehleinschätzungen und meinem gescheiterten Versuch, jungen Menschen das Sparpaket zu erläutern.
Ich möchte Christian Rainers glasklare Analyse des Sparpakets im Leitartikel des aktuellen „profil“ – „Nur die Macht des Faktischen gibt dem Sparpaket ein wenig Sinn; es fehlt jede Vision und der Blick aufs übergeordnete Ganze“ – durch eine subjektive Emotion ergänzen: Ich geniere mich dafür, wie die Lasten des Sparens verteilt worden sind.
Am besten kann ich meine Gefühle an Hand meiner Tätigkeit außerhalb des „profil“ illustrieren: Ich verlege seit 25 Jahren eine Monatszeitschrift für Kinder und Jugendliche, in der im März auch ein Text über das Sparpaket erscheinen sollte. Um der Grafik genug Zeit für die Illustration zu geben und das sperrige Thema etwas Kindgerechter aufzubereiten, hatte ich schon vor Wochen (weiterlesen …)
Von den beiden Prognosen für das Wirtschaftswachstum von 2012 – o.8 Prozent IHS und o.4 Prozent WIFO -scheint mir die zweite realistischer. Wenn alle sparen, wäre es auch keineswegs verwunderlich, wenn die Wirtschaft gar nicht wächst. Österreichs Wohlstand nähme trotzdem zu: Das, was man sich Jahr für Jahr leisten kann, wird ja keineswegs in einem Jahr kaputt. Der Besitzstand wächst also auch ohne Wirtschaftswachstum ständig – nur nicht so rasch.
Das wirkliche Problem ist die ohne Wirtschaftswachstum steigende Arbeitslosigkeit – denn die Rationalisierung in den Betrieben geht weiter. Mehr Arbeits (weiterlesen …)