Philip Dulle - Alle Artikel

Infos über diesen Autor

Philip Dulle

Arrested Development: Die Rückkehr der Familie Bluth

Überschüttet mit Kritikerlob, ausgezeichnet mit Golden Globes und Emmys – und dennoch nach der dritten Staffel wegen schwindender Einschaltquoten abgesetzt: Zwischen 2003 und 2006 konnte man 53 Episoden lang in der von Ron Howard und Mitchell Hurwitz konzipierten Sitcom „Arrested Development“ (weiterlesen …)

Philip Dulle

Das Dorf an der Grenze

Am Abend macht sich gemütliches Treiben breit. Händler holen ihre Waren von der Straße, um letzte Kleidungsstücke wird in den neonbeleuchteten Geschäften gefeilscht, Alarmanlagen im Akkord aktiviert, Vorhängeschlösser angebracht und einbruchssichere Rollläden geschlossen. Wie jeden Abend: El Paso bereitet sich auf die Nacht vor.

El Paso und Ciudad Juárez. Auf der einen Seite ist Texas, auf der anderen Mexiko. In Juárez tobt seit Jahren ein blutiger Drogen- und Kartellkrieg, während El Paso, eine der sichersten Städte der USA, heute mehr denn je vom Zwilling jenseits des Rio Grande profitiert. 2010 gab es in Juárez, der gefährlichsten Stadt der Welt, mehr als 3000 Mordopfer (weiterlesen …)

Philip Dulle

Grenze, Land, Architektur: Die Festung USA

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist vor allem eines: unwirklich. Da ein meterhoher Wall, dort stalinistisch anmutende Grenzbauten, bunte Kornfelder und skurrile Landschaftsbebauungen; Absperrungen und leere Highways, Steckbriefe von gesuchten Straftätern und die mythische Schönheit der kargen Wüstenlandschaft.

Über 3144 Kilometer zieht sich die Grenze von San Diego bis Brownsville, von Tijuana bis Matamoros, streift den Rio Grande und mündet in den Golf von Mexiko. Mit 350 Millionen Grenzübertritten pro Jahr ist sie die meist frequentierte Grenze der Welt – 350.000 illegale Einwanderer aus Mexiko, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Ecuador nicht mitgerechnet.

Der Fotograf, Filmemacher und Komponist Peter Bo Rappmund versucht mit seiner strikt artifiziellen Dokumentation „Tectonics“ sein persönliches Eindringen in diese trügerische Grenzregion wiederzugeben. Rappmund, nur mit HD-Fotokamera und Soundrecorder bewaffnet (weiterlesen …)

Philip Dulle

US-Indie-Kino: Die Kraft des Rock’n’Roll

Das Mädchen kann einem leidtun. Die 15-jährige Rachel (Julia Garner) lebt in einer kleinen Mormonengemeinde im US-Bundesstaat Utah; eingepfercht zwischen Tradition und Pubertät, familiären Sehnsüchten und einem Übervater, der in seiner eigenen Weltanschauung gefangen scheint, als Pastor der Gemeinde aber für Recht und Ordnung zu sorgen hat. Ein Leben abseits der Gemeinde kennt Rachel nicht; Liebe ist ihr fremd, von Sexualität hat sie keine Ahnung. Umso erstaunter ist die junge Frau, als sie im Keller ihres Hauses eine Musikkassette findet und zum ersten Mal mit Rock’n’Roll in Berührung kommt. Eine unerhörte Erzählung nimmt ihren Lauf: (weiterlesen …)

Philip Dulle

Sieg nach Punkten

Das Obama-Lager dürfte nach der Redeschlacht von Dienstagnacht endlich aufatmen. Der Amtsinhaber zeigte sich angriffslustig wie lange nicht, während sein republikanischer Kontrahent Mitt Romney formvollendet patzte („Ordner voller Frauen“). Kein Vergleich zum ersten TV-Duell der beiden Präsidentschaftskandidaten, als Obama lustlos und müde wirkte. Wie bedeutend die zweite und vorletzte TV-Debatte für die Demokraten wirklich gewesen ist, zeigt ein kleiner Selbstversuch: Nach der Registrierung als potenzieller Unterstützer auf der Website des Präsidenten landeten vor, während und nach dem zweiten Aufeinandertreffen sieben E-Mails der Wahlkampfstrategen von barackobama.com in meinem Posteingang. Die erste kam von der First Lady, Michelle Obama, persönlich (Betreff: „Tonight“): „I am so proud of Barack – and I can’t wait to see him on stage during tonight’s debate“, gefolgt von einem sanften Hinweis, dass auch Demokraten um jeden Dollar kämpfen müssen: „Show Barack you’re with him by donating $5 or more.“ Kurz vor der Debatte meldete sich auch noch der 44. Präsident der Vereinigten Staaten persönlich bei mir: (weiterlesen …)

Philip Dulle

Wille zur Macht

In Zeiten eines erratischen Untersuchungsausschusses, wöchentlicher Demokratie-Verweigerung in Kärnten und dem Aufbegehren grotesker neuer Parteien, stellt sich die Frage: kann Österreich vom südasiatischen Staat Burma das eine oder andere lernen (weiterlesen …)

Philip Dulle

Konsequent resistent

Die Oscar-Verleihung 2012 bediente abermals ihr Stammpublikum: Männlich, weiß und sechzig plus.

Sich über die schwerfällige, ja schon fast komisch-nostalgische Oscar-Verleihung zu mokieren – obwohl sich die Academy mit viel Liebe und Starrköpfigkeit zu erneuern versucht (und konsequent daran scheitert) –, ist nun, nachdem wir uns bereits auf 2013 freuen dürfen, mehr als vergeudete Liebesmüh: Immerhin wurde das „Kodak Theatre“ nach dem Konkurs des Hauptsponsor etwas schwerfällig in „Hollywood and Highland Center“ (die Namensrechte gibt es für schlappe 3,6 Millionen Dollar im Jahr) umbenannt, und der österreichische Stammkoch Wolfgang Puck servierte erstmals krisensichere Häppchen statt Drei-Gänge-Menü – und nannte dies energisch „neue Energie“. (weiterlesen …)

Philip Dulle

Viennale (V): Gegenwartsdeutung

Was hat die Viennale neben Lars von Trier und „Hesher“ noch zu bieten? Drei aktuelle Filme zur Wirtschafts-, Weltpolitik- und Zeitungskrise.

Irgendwann muss es ja zu Ende gehen. Also warum die Viennale nicht mit einem „Nicht-Film“ beschließen und George Clooney den Festivalmassen überlassen. Bei „In Film Nist“ (siehe Trailer) in der Urania war es dann aber trotzdem überraschend leer. (weiterlesen …)