Stefan Grissemann - Alle Artikel
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Es sei manchmal echt kein Schaden, Präsident der hiesigen Filmakademie zu sein, meinte Karl Markovics gegen Ende des Abends ironisch, als sich längst abzeichnete, dass sein Regiedebüt, das Resozialisierungsdrama „Atmen“, nicht nur zum unumschränkten Sieger der zweiten Österreichischen Filmpreis-Gala avancieren, sondern sich sogar mit jeder einzelnen seiner Nominierungen gegen alle Konkurrenten durchsetzen würde. Am Ende nahm Markovics (weiterlesen…)
Der Vorverkauf läuft, die Hysterie steigt, und die exponierten Filme dieses Jahres, von Lars von Triers Melancholie-Groteske bis zu David Cronenbergs Freud-Phantasie, vom neuen Post-Neorealismus-Exponat der Brüder Dardenne bis zu der Papst-Commedia Nanni Morettis und George Clooneys US-Politdrama „The Ides of March“, sind wie gewohnt gleich ausverkauft – aber das macht nichts, denn (weiterlesen…)
Auch in Venedig war nun, wie schon bei der Berlinale vor sieben Monaten, eine Festivaljury am Werk, die den Mut besaß, nicht einfach nur die beliebtesten oder unterhaltsamsten Filme auszuzeichnen, sondern die künstlerischen Herausforderungen allen leichter zugänglichen Produktionen vorzog. Indem man am Samstagabend am Lido den Hauptpreis der 68. Mostra internazionale d’Arte cinematografica, den Goldenen Löwen, der sehr freien, bewusst absurden und im besten Sinne wunderlichen „Faust“-Adaption des Russen Alexander Sokurov zusprach, setzte die Jury unter dem Vorsitz des US-Regisseurs Darren Aronofsky („Black Swan“) auch ein starkes Signal: (weiterlesen…)
Als einigermaßen exzentrisch ist Österreichs Filmszene international bekannt. Die Kino-Mostra in Venedig bestätigte diesen Ruf: Nach Michael Glawoggers bildgewaltiger Prostitutions-Doku „Whores’ Glory“ erregten nun zwei weitere Filmemacher aus Wien in der „Orizzonti“-Schiene des Festivalprogramms Aufsehen. (weiterlesen…)
Die Weltabbildungsmaschine Kino erscheint zu schwer, zu wenig beweglich, um auf die Umstürze und Katastrophen in der Menschheitsgeschichte auch nur annähernd aktuell reagieren zu können. Was einem im Kino als „gegenwärtig“ verkauft wird, hat in der Regel mindestens ein Jahr (meist deutlich mehr) an Vorbereitung, Dreharbeiten und Postproduktion hinter sich. Weil Filmfestivals nun aber Schauplätze sind, an denen gerade politische Aktualität sehr gefragt ist, (weiterlesen…)
Am Ende hatte sich der Baum des Lebens, den Terrence Malick in seinem gleichnamigen neuen Film so eindringlich feierte, in ein Palmblatt aus 24-karätigem Gold verwandelt. Die begehrte Palme d’Or des Filmfestivals in Cannes ging 2011 somit an einen Film, der im diesjährigen Wettbewerbsprogramm tatsächlich unübersehbar seine eigene Kategorie bildete: (weiterlesen…)
Auch wenn der Chefneurotiker aus Kopenhagen gleich öffentlich betonte, wieder am Damm zu sein, dem Alkohol abgeschworen zu haben, sogar dann und wann ein Buch zu lesen und insgesamt den Weg in eine rundum langweilige Existenz eingeschlagen zu haben: Richtig gut geht’s Lars von Trier noch immer nicht. Dieser Schluss liegt jedenfalls nahe, wenn man (weiterlesen…)
Es war keine große Überraschung, dass der Schöpfer des wohl am sehnsüchtigsten erwarteten Films dieses Jahres zu seiner eigenen Pressekonferenz in Cannes nicht erschien: Der amerikanische Regisseur Terrence Malick, 68, gilt als derart scheu, dass er öffentliche Situationen, jede Art von Auftritten und Interviews kategorisch meidet. Hohe Produktionsgeschwindigkeit liegt dem Mann, der in 40 Jahren nur eine Handvoll Kinoarbeiten zustande brachte, sowieso nicht: (weiterlesen…)