Sven Gächter - Alle Artikel

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Sven Gächter

Mediamarkt

Die Westentaschenrassisten unter Österreichs Fußballbewegten und ihren medialen Multiplikatoren sind derzeit einer ernsthaften Zerreißprobe ausgesetzt. Jahrzehntelang konnten sie ihre Piefkephobie ungebremst auf den Schicki- und Schnöselverein Bayern München fokussieren, wobei das landläufige Präpotenzverdikt auch dem Vergleich mit so endschnöseligen Clubs wie Real Madrid, Chelsea oder Manchester City eisern standhielt – sind ja, bitte schön, keine Deutschen. (weiterlesen …)

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Mediamarkt

Am 3. Dezember 2011 absolvierte Thomas Gottschalk seine letzte “Wetten dass..?“-Show, fast 25 Jahre nachdem er den ZDF-Unterhaltungstanker übernommen hatte. Am 7. Juni 2012 wird er zum letzten Mal den ARD-Vorabendtalk “Gottschalk live“ moderieren, keine fünf Monate nach der heftig betrommelten Premiere. Der Vergleich sagt einiges aus über die Halbwertszeiten im modernen Fernsehgeschäft, und er sagt vieles aus über die Allgewalt der Einschaltquoten. Was aber sagt er aus über Thomas Gottschalk? Hat er innerhalb kürzester Zeit so dramatisch abgewirtschaftet, dass er möglichst schnell und halbwegs schmerzlos entsorgt werden muss, (weiterlesen …)

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Mediamarkt

Günter Grass musste vierundachtzigeinhalb Jahre alt werden, um endlich in einer Demokratie zur persona non grata zu avancieren. Zuvor war ihm das nur in zwei Diktaturen gelungen, in Burma und der DDR seligen Angedenkens, wo er als “zersetzendes Element“ eingestuft wurde, wie der deutsche Literaturnobelpreisträger und Teilzeitlyriker in seiner Reaktion auf das von Israel verhängte Einreiseverbot nicht ohne sentimentalen Stolz vermerkte. (weiterlesen …)

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Mediamarkt

Die heimliche Leidenschaft des deutschen Großschriftstellers Günter Grass galt – neben expressiven Kohlezeichnungen – immer dem in der Neuzeit gern belächelten Genre Lyrik. Für seine schöpferischen Hervorbringungen auf diesem Gebiet nur belächelt zu werden ist seit vergangenem Mittwoch allerdings das geringste der Probleme von Grass. Gleich drei Weltblätter (“Süddeutsche Zeitung“, “New York Times“, “La Repubblica“) druckten sein Gedicht “Was gesagt werden muss“, in dem der Literaturnobelpreisträger tatsächlich keine andere Sorge hat, als den Iran zum Opfer von Israels aggressiver Nuklearpolitik zu verklären. (weiterlesen …)

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Mediamarkt

Funktionaler Analphabetismus ist weiter verbreitet als gemeinhin angenommen, und deshalb muss man es unbedingt begrüßen, wenn die Konsequenzen der Unfähigkeit, sinnstiftend oder -erfassend mit Schriftsprache umzugehen, gerade auch in den Zentralorganen der gefährdeten Zielgruppe anschaulich dokumentiert werden. “Vom ORF bis zu den Boulevard-Zeitungen, vom Dienstauto bis zu den Gratis-Jagden wird derzeit auf alle Politiker hingedroschen“, schreibt “Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner am 28. März und deckt damit – vermutlich unfreiwillig – einen Skandal auf, der alle bisher bekannten semantischen Dimensionen sprengt: (weiterlesen …)

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Mediamarkt

Ein paar Tage und Druckseiten lang war alles wieder ein wenig wie früher: Madonna Megastar veröffentlicht ein neues Album, und die Medien (nicht zuletzt auch profil) verfallen flächendeckend in den Megastar-veröffentlicht-neues-Album-Modus. Über die künstlerische Gegenwartsrelevanz von Madonna sagt das wenig aus – sehr viel dagegen über die Langzeitrelevanz, die Madonna aufgrund ihrer unbestrittenen pophistorischen Meriten bis heute zugestanden wird. Dieses seltsame Ungleichgewicht wirkt umso augenfälliger, als niemand dem jüngsten Madonna-Œuvre “MDNA“ (weiterlesen …)

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Dem britischen “Guardian“ verdanken wir die verblüffende, wenn auch nicht weiter tröstliche Einsicht, dass der Alltag von Diktatoren – und mögen sie noch so blutrünstig sein – keine spektakulären Geheimnisse bergen muss. Der gehackte Mail-Verkehr zwischen Bashar al-Assad und seiner Frau Asma offenbart die bodenlose Tristesse eines Lebens zwischen dem primären Zynismus des Machterhalts und dem sekundären Zynismus der Vergnügungssucht. Der syrische Potentat treibt sich offenbar gern im iTunes-Store herum (wofür er sich seiner schlechten Reputation wegen einen falschen Namen zulegen musste), und seine Songauswahl belegt zweifelsfrei: Assad hat nicht nur keinen besonders guten, sondern auch keinen besonders strukturierten Musikgeschmack. (weiterlesen …)

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Der Weltfrauentag am vergangenen Donnerstag war ein überwältigender Triumph. In einer historisch wohl einzigartigen Konzertierungsaktion einigten sich zahlreiche Medien – mit unterschiedlichen Mitteln – darauf, dass Frauen einen nicht hoch genug einzuschätzenden gesellschaftlichen Realfaktor darstellen. Der ORF ließ (fast) das ganze Programm von Moderatorinnen bestreiten (Andi und Alex sowie Stermann und Grissemann waren leider nicht ausreichend gleichwertig zu ersetzen). Die “Bild“-Zeitung wiederum beurlaubte sämtliche Mitarbeiterinnen für einen Tag und legte die Blattproduktion fest in Männerhand. Schon der Aufmacher geriet zu einem grenzgenitalen Treppenwitz: “BILD schafft Seite-1-Girl ab“. (weiterlesen …)

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