Tina Goebel - Alle Artikel
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Bildung. Die Titelgeschichte „Richtig lernen“ über die Unzulänglichkeiten des österreichischen Bildungssystems hat wie erwartet wieder heftige Reaktionen ausgelöst, unzählige Leserbriefe trudelten ein. Darunter auch der einer Lehrerin, die ihr profil-Abo aufgrund dieser Titelgeschichte stornieren wollte.
Hier einige Zeilen aus dem längeren, zornigen Leserbrief:
(..) Ich kann der Dame (Tina Goebel, Anm.) nur sagen, dass unseren Schülern und Schülerinnen (das können viele LehrerInnen bestätigen!) die seit Jahren gängigen, Gruppenarbeiten, Porte-Folios, Rollenspiele, das Erstellen von Plakaten, Projektarbeiten usw. z. T. aus dem Hals heraushängen. Viele von ihnen wollen interessante Geschichten von fachkundigen LehrerInnen und keine AssistentInnen, die sie nur begleiten. Nur Frontalunterricht ist sicher nicht gut, aber das Gegenteil davon auch nicht. Aber differenziert zu denken, ist nicht das Ding der Frau Goebel. Hat sie sich z. B. schon einmal überlegt, wie Pisa mit individualisiertem Unterricht vereinbar ist? Oder wie die asiatischen Staaten zu ihren guten Ergebnissen kommen? Wollen wir das? Warum müssen die Kinder mit ihren Mathematikkenntnissen auf der ganzen Welt über einen Kamm geschert werden? Hat sich die Dame die Fragestellungen (weiterlesen …)
Missbrauch. Ein Oberösterreicher soll seine Töchter 41 Jahre lang gequält und missbraucht haben. Nur durch einen Unfall flog die Sache auf. Der 80-jährige „Friedl“ aus St. Peter bei Braunau wollte sich zum wiederholten Male an einer seiner Töchter vergreifen, sie wehrte sich, der alte Mann fiel zu Boden und blieb dort zwei Tage lang liegen. Erst dann riefen die geistig zurückgebliebenen Töchter (53 und 45 Jahre alt) um Hilfe.
Ein Fall, der in seiner Unfassbarkeit an die Causa Fritzl erinnert. Und wieder stellen sich die gleichen Fragen: Wie konnte so etwas passieren? Warum haben Nachbarn, Bekannte und die Behörden so lange nichts bemerkt? Warum hat die Mutter, die ziemlich sicher ebenso Opfer war, geschwiegen und ihren Gatten gedeckt? Und warum passiert so etwas schon wieder hier in Österreich?
Der Fall sorgte natürlich auch international für Schlagzeilen, wie es auch die Causa Kampusch und Fritzl getan (weiterlesen …)
Gesundheitswesen. Neulich rief mich ein bekannter Arzt an, der es mit knapp dreißig Lenzen bereits zur Habilitierung geschafft hat und im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) nicht nur Patienten rund um die Uhr versorgt, sondern auch noch eine wissenschaftliche Publikation nach der anderen aus der Hüfte schießt.
Zuerst dachte ich, dass der hysterische Ton in seiner Stimme von einer bahnbrechenden Entdeckung rührt, vielleicht hatte er ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt.
Schnell erkannte ich allerdings, dass es sich nur um pure Verzweiflung handelte. „Sorry, dass ich dich störe. Aber ich (weiterlesen …)
Bildung. Sonntag Morgen, Frühstück in aller Ruhe mit den aktuellen Tageszeitungen – und da bleibt mir das Marmeladebrot auch gleich im Hals stecken.
Den Rest von Frank Stronachs Kolumne in der „Krone bunt“ dann mit offenem Mund gelesen. Denn ziemlich unglaublich, wo Mr. Magna allen Ernstes das Problem der heutigen „jungen Leute“ verifiziert:
Die Gesellschaft sei seiner Ansicht nach zu „weich“ geworden, immer mehr „junge Leute wollen heute Investmentbanker, Filmproduzenten oder Ähnliches werden“, doch das führe dazu, dass (weiterlesen …)
Integration. Anders als erwartet fiel VP-Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz jüngst medial mit einem sinnvollen Vorschlag auf: Migrantenkinder sollen zukünftig ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr absolvieren um Sprachdefizite besser aufzuholen. Das klingt sehr vernünftig, erleben Kinder von drei bis sechs Jahren den wichtigsten und nachhaltigsten Schritt in ihrer Entwicklung.
Nur leider wird dieses Vorhaben bei dem derzeitigen desaströsen Zustand der österreichischen Elementarbildung nichts bringen. Denn wie ich bereits (weiterlesen …)
Britenhochzeit. Es ist überstanden. Kate hat ihrem William endlich das Ja-Wort gegeben, ist trotz angespannter Miene nicht in letzter Minute aus der Westminster Abbey getürmt und gab auch sonst in einem anständig geschlossenen Kleid einen adäquaten Auftritt ab. So friedlich und geplant lief die Hochzeit ab, dass sich die Kommentatoren bald nur noch gequält über die feinen Spitzen des Brautkleides unterhielten. So fein sind sie, dass sich die Näherinnen beim Anfertigen alle halben Stunden die Hände waschen mussten und die Nadel ebenfalls regelmäßig ausgetauscht wurde. Der Guardian kommentierte dazu trocken: “Klingt wie die Beschreibung eines Sweatshops in den Büchern von Charles Dickens.”
Wer dachte, dass dies ein Symptom für die Blutleere der Royal-Hochzeit ist, über die bereits im Vorfeld alles geschrieben wurde, irrt. (weiterlesen …)
Recht. Ein kurzer Gastkommentar von Gerhard Benn-Ibler, Präsident der österreichischen Anwaltskammer, anlässlich zweier Artikel im aktuellen profil, in denen es einerseits um Kunststudenten, andererseits um Väteraktivisten geht, gegen die nach dem so genannten „Terrorparagrafen“ (§§ 278ff StGB) ermittelt wird:
„Unserer Ansicht nach sind die Bestimmungen der sogenannten „Terrorparagrafen“ zu unpräzise und schwammig formuliert. Wenn man ein Gesetz so weit formuliert, um möglichst viele Erscheinungen zu erfassen, erfasst man damit automatisch aber auch andere, an die der Gesetzgeber ursprünglich gar nicht gedacht hat. Die aktuellen Fälle (weiterlesen …)Lehrermangel. In den kommenden fünf Jahren haben um die fünfzig Prozent aller aktiven Lehrer das Pensionsalter erreicht. Das wäre an sich Grund zur Freude, könnte mit dem Abgang der alten Reihen ein Schub junger und frischer Pädagogen deren Platz einnehmen.
Doch zurzeit macht sich bereits vor der großen Pensionierungswelle ein landesweiter Lehrermangel bemerkbar, der so weit führt, dass bereits pensionierte wieder eingesetzt werden, junge Studenten in das Klassenzimmer gestellt und sogar Quereinsteiger genommen werden – wobei Letztere sogar für eine Bereicherung sorgen könnten, da sie meist aus der Privatwirtschaft und nicht einem pragmatisierten Beamten-Paradies mit mehr als zwei Monaten Ferien im Jahr kommen.
Es wären nur die Änderungen einiger kleiner Rahmenbedingungen nötig gewesen, um dieses Berufsfeld wieder attraktiv zu machen, den die ehemalige Unterrichtsministerin Gehrer (weiterlesen …)