Archiv für die Kategorie ‘Oscar-Verleihung 2011’
Dies sei „Hollywood’s biggest night“, frohlockte Co-Moderatorin Anne Hathaway gleich zu Beginn, als gehe es vor allen Dingen darum, sich noch einmal der (länger schon nicht mehr ganz außer Zweifel stehenden) Bedeutung der amerikanischen Filmindustrie zu vergewissern. Die 83. Oscar-Show war eine Direktübertragung aus dem Sperrgebiet der Kino-Eitelkeiten, eine geschlossene Veranstaltung in jedem Sinn des Begriffs: Mit keinem Wort wurde hier die äußere Welt auch nur zur Kenntnis genommen, in Hollywoods Kodak Theatre zählte 2011 mehr denn je nur der innere Kreis der nominierten und ausgezeichneten Prominenz. Die digitalen Fantasy-Welten der Blockbuster-Industrie schienen an diesem Abend greifbarer und realistischer als alle derzeit weltweit aufflammenden Revolutionen, als der laufende Umbau der Welt: Die politische Wirklichkeit hat mit dem US-Kino, wie es in dieser „biggest night“ zelebriert wurde, nichts mehr zu tun. So war es keine große Überraschung, (weiterlesen …)
Warum Oscar-Moderator und Tausendsassa James Franco an seinem Ego scheiterte.
Dass medienwirksame Omnipräsenz Wunder wirken kann, hat uns nicht erst Sandra Bullock bei der letztjährigen Oscar-Verleihung bewiesen: Für ihre Darstellung als aufopfernde Mutter in dem penetrant auf die Tränendrüse drückenden Sozialdrama „Blind Side“ (dt: „Die große Chance“) wurde ihr – nur die Academy weiß, warum – notgedrungen der Oscar als beste Hauptdarstellerin zuerkannt; mitsamt privat folgenden Querelen über Monate hinweg. James Franco – selbstbetitelter Tausendsassa – hatte heuer ähnliches vor. (weiterlesen …)

