Michael Nikbakhsh

Wunderwelt

Willkommen in einer Welt der Wunder oder besser: des Wunderns. Mit Blick auf die Nachrichtenlage dies- und jenseits der Landesgrenzen macht es doch angemessen staunen, dass
▶ Griechenland seine Schulden längst nicht mehr bezahlen kann und doch immer neue machen darf. ▶ Italiens Abgeordnete unbedingt sparen wollen, aber keinesfalls bei sich selbst. ▶ Spanien in Mariano Rajoy einen neuen Premier hat, der seit seinem Wahlsieg am 20. November keinen öffentlichen Auftritt hatte. ▶ Ratingagenturen nach wie vor Einfluss haben. ▶ Europas Banken plötzlich mehr als 100 Milliarden Euro an zusätzlichem Eigenkapital benötigen, aber niemand weiß, wo das Geld eigentlich herkommen soll. ▶ die Banken dessen ungeachtet weiter um das Geld der Sparer buhlen, während sie einander keines mehr leihen wollen. ▶ der Euro seinen zehnten Geburtstag erlebt hat. ▶ die ÖVP in der Staatsschuldendebatte immer noch unverdrossen auf Bruno Kreisky selig hinhaut, darüber hinaus aber (wie auch die SPÖ) keinen plausiblen Plan zur Budgetsanierung hat. ▶ dem Bauernbund nach Sarrazin und Kirchensteuer anscheinend nichts mehr zu peinlich ist. ▶ Österreich die niedrigste Arbeitslosenrate der EU hat, wir uns davon aber auch nichts kaufen können. ▶ Karl-Heinz Grasser der Justiz die superlange Dauer seines Verfahrens vorwirft, wo doch seine Anwälte nichts unversucht lassen, ebendieses Verfahren in die Länge zu ziehen. ▶ der designierte Büroleiter von Alexander Wrabetz, Niko Pelinka, seinem bisherigen Arbeitgeber ÖBB so unverzichtbar war, dass er nicht „eins zu eins“ (Zitat ÖBB, Zitat Ende) nachbesetzt wird.

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Eine Antwort zu “Wunderwelt”

  1. ricard sagt:

    .. die Ratingagenturen die angeblich gegenüber Kärnten finanziell bestens dastehenden Bundesländer Wien, NÖ und Steiermark herabgestuft haben

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