Ein deutlicheres Zeichen für den Untergang des analogen Films konnte es nicht geben: Die multinationale Eastman Kodak Company, 1892 gegründet – praktisch zeitgleich mit der Erfindung des bewegten Bildes –, hatte vor fünf Wochen ihren Insolvenzantrag gestellt. So lag der Schatten des Kodak-Konkurses, auch wenn er nur scherzhaft behandelt wurde, über der Oscar-Nacht 2012. Nach dem jähen Ausfall des Sponsors musste der Schauplatz der Gala nach den Straßen, an denen er in Los Angeles liegt, sogar kurzerhand umbenannt werden: Das Bauwerk heißt nun nicht mehr Kodak Theatre, sondern (durchaus profaner) Hollywood & Highland Centre. Moderator Billy Crystal fand einen anderen schönen Begriff für das Haus: Mit „Chapter 11 Theatre“ verwies er auf einen Abschnitt des US-Insolvenzrechts und auf den Bankrott des prominenten Filmherstellers in der digitalen Ära.
Aber was sollte man machen? Die beste, allerdings einzige Idee: weiter wie bisher. Das alte Kino ist tot, aber so lange das neue so liebevoll auf die schöne Leiche verweist, kann man die Krise ganz gut kaschieren. Um Überraschungen konnte man sich dabei nicht auch noch kümmern. Von Spannung konnte daher die Rede nicht sein; die mit ihren traditionellen Red-Carpet-Präliminarien gut vierstündige Oscar-Show geriet heuer nur knapp aufregender als der Wiener Opernball. Nicht einmal Sacha Baron Cohen trat, wie eigentlich geplant, als Schurkenstaat-Diktator in Szene. Die 84. Academy-Awards-Vergabe folgte nahe liegenden Gestaltungsmitteln, stand (wie schon vorher weltweit avisiert) „ganz im Zeichen des Stummfilms“ , dramaturgisch gebaut nach Art der zehnmal nominierten Produktion „The Artist“.
Alles blieb vertraut: Moderator Billy Crystal scherzte sich zum neunten Mal durch den Abend, kommentierte die Show meist ironisch, manchmal maliziös. Ein tröstliches Gegenmittel zur Wirtschaftskrise seien die Oscars jedenfalls, meinte er etwa – mit den vielen Auf- und Abtritten von Millionären, die einander goldene Statuetten verleihen. Der Sieger des Abends passte in mehrfacher Hinsicht, obwohl er in jeder Hinsicht „independent“ produziert worden war und nicht einmal aus Hollywood stammte: Der fünfmal ausgezeichnete Film „The Artist“ führte zurück ins Jahr 1929, als die allererste Oscar-Party gefeiert wurde, zurück an die Schwelle vom Stumm- zum Tonfilm. So feierte Hollywood sich heuer selbst, indem es sich von einem französischen Film feiern ließ.
Auch der zweite große Film des Abends, Martin Scorseses 3D-Wunderkammer „Hugo Cabret“ verwandelte seine elf Nominierungen in immerhin fünf Auszeichnungen. Die Show startete mit den richtigen Signalen: Kamera-KönnerRobert Richardson gewann seinen dritten Oscar – was angesichts seiner Schwindel erregenden Arbeit in Scorseses Film nur legitim erschien; gleich anschließend erhielten „Hugo“-Ausstatter Dante Ferretti und Francesca Lo Schiavo für ihr Phantasie-Frankreich des Jahres 1931 Auszeichnungen in der Kategorie Art Direction – und feierten in gebrochenem Englisch ihre italienische Heimat. Als bester fremdsprachiger Film wurde sehr zu Recht „Nader und Simin – Eine Trennung“ geehrt, ein hochkomplexes Alltagsdrama des Iraners Asghar Farhadi. Der Regisseur hielt eine Mini-Friedensrede, ein Plädoyer für Völkerverständigung und die Bedeutung der Kultur in Zeiten des Krieges.
Als es schließlich an die Darstellerpreise ging, entwickelte sich die Oscar-Feier 2012 zur Nacht der feuchten Augen weiter: Erst trieben Standing Ovations der besten Nebendarstellerin Octavia Spencer, die für ihren Auftritt in dem Rassismus-Melodram „The Help“ ausgezeichnet wurde, die Tränen in die Augen. Und dann ließ sich sogar Meryl Streep, die man nach 17 Academy-Awards-Nominierungen für einigermaßen abgehärtet halten musste, von ihren Gefühlen anlässlich ihres dritten Oscars glaubhaft überwältigen. Christopher Plummer, nur zwei Jahre jünger als Oscar höchstpersönlich, gab sich cooler, aber nicht weniger sympathisch: Er gewann für seinen Part in der fabelhaften Komödie „Beginners“.
Der so genannte rote Teppich, auf dem Hollywoods Elite und ihre europäischen Ehrengäste auch heuer einmarschierten, ist übrigens seit Jahren derselbe Stoffstreifen. Er stammt, 150 Meter lang, aus dem Lager des Unternehmens „American Turf & Carpet“. Seine Farbe ist übrigens nicht Rot, sondern „Cayenne“, eine Art grelles Purpur, das nur in der Übersetzung der Fernsehkameras rot anmutet. Zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit klafft in der amerikanischen Filmindustrie eben eine Lücke. Gut so. Sonst würde das alles ja keinen Spaß mehr machen.
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Die besten Filme schreibt eh das Leben selbst: “Eiserne Lady” und “Falkland”-Argentienien-War: Streep M. mit “Out of Africa” und Austria-Brandauer sowie R. Redfort, der “Clou” schlechthin mit Paul Newman, als Ueberflieger der letzten Naturwunder. Dann kommt “Gott”, sagt der kleine Negerjunge, zupft die Meryl am Rock – und schon brennt der Kaffee (ohne Schlagobers!, aber bitte mit Udo-Sahne) lichterloh! Die Tanja Blixen faehrt wieder hoam – und schreibt sich unendlich in die Traenensaecke. Der Polanski schrieb sich vorher in die Lachsaecke mit seinem “Tanz”. Seine Frau war schwanger und wurde umgebracht vom Manson. Irre, hae? Jack Nicholson flog dann “Uebers Kuckucksnest”, coukou bedeutet ueberigens loco, verrueckt, Leute.
Im Jahr 1977 wird dann auch noch geboxt und “Rocky” zwar der “beste Film”, aber auch die “Unbestechlichen” oder “Taxi Driver” sind nicht ohne oder der Woody Allen. Mir gefiel immer “Harald & Maude”. Herrlich. Die kleine KZ-Nummer auf dem Unterarm der alten wunderbar-verrueckten Maude hat kaum einer mitgekriegt. Der Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine zwei Fahrer werden 1977 auch umgelegt. Tatort: Karlsruhe. Killer: Verena Becker, RAF. Killergeld + Auftrag: CSU Bayern. Ein Krimi, Herrschaften, unglaublich, Oscar-reif auf jeden Fall! Grausig, Traurig – aber wahr. Schnitt: bei der “Wiesn” 1981 bombt ein Neonazi die CSU und FJS zur absoluten Mehrheit – und sich selbst mit vielen Menschen ins Nirvana.
Schnitt: “Passauer CSU-Aschermittwoch 2012″. “Dr. jur” zu Guttenberg ist nicht da. Die Artisten der rest-csu sind starr, stum und taub, weil gleichzeitig am 22.2.2012 bei allen EU Generalstaatsanwaltschaften Mordanklagen, Mord-Beihilfe-Verfahren und Haftantraege gegen Seehofer & Co. eingehen, sakradie, grad als der Stoiber Edmund (Nebendarsteller) wieder aus der Versenkung reinkarniert! “Matrix” lauft im normalen Leben zwar auch, aber halt andersrum: wir beamen uns in die Historie leichter als den nachsten Tag. Mord verjahrt eben nicht. Nicht mal bei den Mengeles von Haar bis Straubing und dem CSU Todesengel Herpertz Sabine. “Hirnforschungen” an Debilen, das hat uns als Filmstoff grade noch gefehlt!
Filmreif und drehgeil suchen wir nach Tatorten, nach den Neurotikern in Stadt und Land mit Soziopahie: 1st shot ist um 5 Uhr 45 in Braunau/Inn. 2nd shot in Muenchen, Psychiatrie Nussbaumstrasse. 3rd shot Wien + Grinzing. Der “3. Mann” heisst diesmal nicht Harry Leim oder so, sondern Holzer Dieter und sitzt im Knast mit den Ludwig-Holger Pfahls. Er “sang” in der JVA Stadelheim exakt vor 12 Monaten im Februar 2011. Nochmal bitte die Zither-Nummer vom Dings, dem Karas Toni, einspielen….! Dadadah – dadadadah, ping.
Schnitt: “Oskar 2012″. “Artist” gewinnt – klar, die Franzosen wieder mal! Claude Chabroll oder die Schneider Romy. Auch Marlene Dietrich starb in Paris. Das “K” von Kodak, besonders markenverdaechtig, stammt uebrigens vom Eastman und seiner Mama, sagt man. Oder vom Huston, Muli-Patentler der Filmbesessenen, seiner Macke “NoDak” fuer North-Dakota. Wir aber sind europaeische Besserwisser: es stammt vom Kafka Franzl aus Prag. (Schwenk ueber die Karlsbruecke und den Jiri Dubchek seine Pflanzerl, nachdem der Fruehling einzog! auf dem Wenzelsplatz). Dann bitte den Cayenne-Teppich aus dem Lager holen und aufrollen, saugen, waschen, legen! Haider Joerg wird interviewt. Dann setzt er sich in seinen Passat und stocknuechtern in den Tod am Woerthersee. Wir helfen mit etwas Alkohol in seinen postmortalen Anus mit…Pfui Deifi, wuerde der “Tiger Willi” vom Woerthsee/Bayern, da reinplaerren, wie immer. Und alle lachen, was das Zeug haelt. Good gag.
Schnitt: Die Heldin der Story ist – nein, keine Iranerin – sondern aus dem booming Brasil, Mutter zweier Buben, beide Fussballer, oh mei!, und heisst Janete. Also “Jane”. Ihr schwarz-weisser Jonny Weissmueller bin ich, Oioioiohhh. Ja, ich crowlte die 100 Meter auch um 1 Minute! Long time ago..!
Schnitt – fast schon Maerz 2012: Ein “profil”-Mitarbeiter raubt uns die letzten Illusionen: der Rote Teppich fliegt nicht, ist aus greisligem Cayenne-Purpur und offenbar nicht samtig und weich wie die bei den (klar, alle korrupt, bis auf einen!) “Pharmabossen” in der Schweiz oder bei der “Siemens AG”, Muenchen und “Compliance-Anti-Korruptions-Abt. Philadelphia/USA”, sondern durchgelatscht. Wenn das alles nun wahr ist – dann machts mir keinen Spass mehr im Kino. Ich denke da an “Rio Bravo” und den Humpel-Hilfs-Sheriff mit seinem Dean Martini-Alki. Kaum verbietet ihm John Wayne nicht den Drink, geht der grantig in seinen Knast und an die stinknormale Arbeit.
Spielt mir jetzt bloss nicht mit der Mundharmonika das “Lied vom Tod” oder “CSU Massaker Bayern”! Ich kanns nicht mehr hoeren! “Alexander Zouras Award”- Sprecher Bernhard Pallmann & friends, z.Zt. “Malle”, die Mandelbaeume bluehen! Der Kaffe ist kalt geworden. So ein Mist.