Mit ‘Finanzkrise’ getaggte Artikel
Wir werden in den kommenden Tagen wieder viel über die neuen „Stress Tests” der europäischen Banken lesen. Müßig. Diese Tests dienten schon bisher nur dazu, das Gewissen der Finanzbranche zu beruhigen. Man hat sich – am Beispiel Erste Bank – Gegenwart und Zukunft schön gerechnet. Noch eindrücklicher: Die belgisch-französische Dexia-Gruppe. Vor wenigen Monaten noch hat sie den „Stresstest“ mit Bravour bestanden. Jetzt ist sie de facto pleite und muss verstaatlicht werden. (weiterlesen…)
Die Griechenland-Krise hat auch ihre befreienden Seiten. Endlich darf der EU-Nettozahler in uns die Sau raus lassen und zwar so richtig. Weil, mal ehrlich, dass die Griechen zu faul für eigentlich alles sind, haben wir ja immer schon gewusst. Ehrgeiz entwickeln die überhaupt nur dann, wenn es darum geht, die Arbeit niederzulegen – und/oder anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ouzo und Schafskäse, das sagt doch alles. Eigentlich ein Skandal, dass ein ganzer Kontinent nach einer Griechin benannt ist. Und überhaupt: Italiener, Spanier, Portugiesen, Iren – noch mehr Gauner. (weiterlesen…)
Jetzt ist es also quasi amtlich. Europas Banken sind ein Hort der Stabilität. Anders lassen sich die vergangenen Freitag veröffentlichten Ergebnisse der „Stresstests“ von 91 Kreditinstituten zwischen Lissabon und Warschau ja nicht interpretieren. Nur sieben Banken sind durchgefallen. Diese sieben (fünf spanische, eine griechische, eine deutsche) würden im Falle einer Rezession schnell an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen und dringend zusätzliches Kapital benötigen. Sieben aus 91 – das sollte die Nerven beruhigen. Tut es das? Nun, jein. (weiterlesen…)
Konnte gestern nicht umhin, die ORF-Debatte „Im Zentrum“ zu konsumieren, Thema: „Ist die Krise vorbei – oder droht der nächste Absturz?“ Muss zugeben: Ich habe nicht allzu viel verstanden. Mag an mir liegen. Die Diskutanten haben es mir aber auch nicht wirklich leicht gemacht. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner etwa.
An sich ist er ja ein smarter Bursche. Aber als Politiker wird er halt auch fürs Reden bezahlt. Nachstehend das wörtliche Transkript seiner Antwort auf eine an sich einfache Frage des Moderators: Was hält der Wirtschaftsminister von der Forderung des Wirtschaftsforschers Karl Aiginger, die Regierung müsse entschlossener und klarer in die Zukunft investieren, in dem sie etwa Gelder aus umstrittenen weil kostspieligen Großprojekten wie dem Koralmtunnel umschichtet?
Mitterlehners Antwort: (weiterlesen…)
Hypo Alpe-Adria. Gerhard Dörfler versteht die Welt nicht, umgekehrt ist das nicht anders. Es vergeht kein Tag, an dem Haiders Nachlassverwalter nicht ultimativ Steuergelder zur Rettung der Hypo Alpe-Adria-Bank einfordert. Schließlich – Skandal! – hätten ja auch die „Wiener” (er meint damit hauptsächlich Erste Bank und Raiffeisen) sich zwanglos beim Staat bedienen dürfen. Die Hypo Alpe-Adria werde nur deshalb anders, also schlechter, behandelt, weil sie eben nicht in Wien sitze. Dörfler wurde bekanntlich in Kärnten domestiziert, das mag seine bizarr-propagandistische Geisteshaltung erklären.
Eine profil-Enthüllung schlägt Wellen: Die Bundesregierung hat der Kärntner Hypo Alpe-Adria Ende vergangenen Jahres 900 Millionen Euro Staatshilfe aus Steuergeldern gewährt – und das auf Grundlage einer reichlich großzügigen, zumal oberflächlichen Prüfung durch die Oesterreichische Nationalbank (nachzulesen unter www.profil.at). Demnach bescheinigte die OeNB den Kärntnern damals ein „weitgehend bereinigtes Kreditportfolio“, prognostizierte für 2009 und die Folgejahre dicke Gewinne und stufte sie konsequenterweise als „nicht Not leidend“ ein.
Managerboni. Weit oben im Gebirge wird die Luft gefährlich dünn. Der niedrige Sauerstoffgehalt beschleunigt den Puls, der Blutdruck steigt. Das Gehirn lässt einen merkwürdige Dinge sehen, man fällt in Trance, wird euphorisch und leichtsinnig. Irgendwann verliert man komplett den Verstand.
Josef Ackermann ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und als solcher quasi von Berufs wegen seit Jahren ganz oben unterwegs. Das ging auch an ihm nicht spurlos vorüber. Der notorische Selbstüberschätzer gewährte dem deutschen „Spiegel“ jüngst ein Interview, das sich über weite Strecken so liest, als hätte Ackermann lange vor der Finanzkrise zu denken aufgehört. Auf die Frage, warum die Deutsche Bank weiterhin aberwitzige Managerboni gewähre, meinte er: „Boni sind notwendig, um die besten Talente zu gewinnen und zu behalten. Wenn Sie zu den Besten gehören wollen, müssen Sie die Besten haben. Und dafür müssen Sie bezahlen, was der Markt verlangt.“ (weiterlesen…)