Karneval. Heute ist Faschingsdienstag. Das Ende des Karnevals, oder der Anfang der weniger lustigen Fastenzeit. Wie auch immer.
Kulturhistorisch war dieser Brauchtum nicht nur etwas besonderes, da die Arbeit eingestellt und gefeiert und getanzt wurde – es war der einzige Tag im Jahr, an dem die Sklaven und Könige gleich gestellt waren und das tragen einer Maske das Schlüpfen in eine andere Rolle gesellschaftlich ermöglichte.
Von solchen sozialen Zuständen sind wir zum Glück weit entfernt – nur schade eigentlich, dass der Tag nicht genutzt wird, um uns dieser Tatsache zu besinnen. Eigentlich ist es richtig traurig, dass diese Bedeutung in dumpfen Villacher-Faschings-Witzen unter geht. Und deshalb verwundert es auch keineswegs, dass es immer mehr Faschings-Muffel gibt.
Schön, dass es dennoch Unternehmungen gibt, den Karneval wieder zu beleben. So fand heuer zum ersten Mal im Wiener Konzerthaus der Kostümball „From Rio to Vienna – From Carnival to Gschnas” statt.
Das Besondere daran: Der österreichische Fasching wurde mit brasilianischen Samba-Rythmen und den dazugehörigen prachtvollen und bunten Federkleidern vermengt – ein wirklich gelungener Mix, der dem hierzulande oft so sinentleerten Fasching zumindest exotisch neues Leben eingehaucht hat.
Tags: Fasching, Karneval, Konzerthaus, Rio

Warum die Wiener wenig Interesse am Gschnas haben, liegt auf der Hand. Wir haben ja im Parlament, im Ministerrat usw. genügend “Narren” – wie man am nicht mehr zu unterbietenden Villacher Fasching sieht.
“Rythmen” sind auch am Faschingsdienstag nicht sehr lustig…!
Mit freundlichen Grüßen, Anders